Der Kromfohrländer

Rassebeschreibung (Aus “Charakterhunde” von Katharina von der Leyen)
Der Kromfohrländer ist eine relativ junge Rasse, die in den fünfziger Jahren in Deutschland als Zufallsprodukt entstand und danach als Familienhund gezüchtet wurde. Er ist ein hochintelligenter, fröhlicher, lebhafter und anpassungsfähiger Begleithund, der dazu neigt, ein Ein-Mann-Hund zu sein, obwohl er den Rest der Familie schätzt – er wird ihnen nur nicht unbedingt gehorchen. Als Kinderhund ist er nur bedingt geeignet: Der Kromfohrländer lässt sich nicht alles gefallen und passt daher besser zu Kindern, die schon gelernt haben, Hunde zu respektieren. Für die ist der aktive, verspielte Hund dann allerdings ein wundervoller Spielkamerad, immer bereit für Abenteuer und wilde Spiele. Er ist ein guter Wächter mit hervorragendem Gehör und bellt gerne. Fremden gegenüber ist er misstrauisch, lässt sich aber schließlich überzeugen. Der Kromfohrländer möchte viel laufen und muss unbedingt vom Welpenalter an gut sozialisiert und konsequent erzogen werden. Er ist hochintelligent und lernt ausgesprochen schnell – Manieren und Kunststücke genauso wie er Schwächen seines Herrn sofort erkennt. Einmal vom Tisch gefüttert, wird er das Betteln bei Lebzeiten nicht mehr aufgeben.
Er ist ein hervorragender Agility Hund mit einem guten Sinn für Humor, der am besten zu aktiven, konsequenten Menschen passt, die seinen Witz zu würdigen wissen – und denen er so schnell nichts übel nimmt.
Das Wesen des Kromfohrländers
Wer erwartet, nach dem studieren diverser Rassebeschreibungen, im Kromfohrländer einen Hund gefunden zu haben dessen selbst erwählte Aufgabe darin besteht ein Schoßhündchen zu sein irrt sich gewaltig!
Der Kromfohrländer ist ein anpassungsfähiger, sensibler und auch feinfühliger Hund der in uns liest wie in einem offenen Buch. Er liebt seine Familie, will immer dabei sein und folgt uns deshalb auf Schritt und Tritt. Trotz seiner braunen treuherzigen Augen benötigt er vom ersten Tag an Erziehung. Bei ruhiger, sicherer und konsequenter Vorgehensweise lernt er sehr schnell.
Rassetypisch ist das reservierte Verhalten gegenüber Fremden. Ist der Kromfohrländer als Welpe noch “offen und frei” im Umgang mit fremden Personen, entwickelt sich im zweiten Lebensjahr bei fast allen Kromfohrländern eine gewisse Reserviertheit. Das bedeutet nicht, dass er keine Menschen außerhalb seiner Familie mag. Er ist nur wählerisch. Das sollte man wissen, wenn man sich für diese Rasse entscheidet.
Viele Kromfohrländer sind ein typischer Einmann-Hund. Das heißt, eine Person ist für sie der wichtigste in der ganzen Familie. Ist diese Person nicht da, hat man den Eindruck der Kromfohrländer wurde gänzlich verlassen. Er wartet, hält Wache, mag nicht spielen, kann nicht schlafen bis seine Hauptbezugsperson wieder da ist. Diese wird stürmisch begrüßt und die Welt ist wieder in Ordnung. Das kann für die restlichen Familienmitglieder sehr enttäuschend sein, zeigt ihnen der Hund, dass sie momentan nur nettes Beiwerk im Rudel sind.
Der Jagdtrieb ist bei den Kromfohrländern gegen Null. Nur wenige unserer Hunde nehmen eine Spur auf und sind dann erst einmal weg. Wenn dies geschieht, sind sie aber nach wenigen Minuten wieder da. Im Gegensatz zu anderen Rassen, kenne ich keinen Kromfohrländer der stundenlang auf die Jagd geht.
Fast alle Kromfohrländer sind wachsam. Manche bellen sehr dezent, andere melden jede Bewegung auf dem Grundstück. Hier muss von Anfang an steuernd eingegriffen werden. Ein Dauerbeller ist auf lange Zeit gesehen, kein angenehmer Begleiter der Familie.
An der Leine und auf eigenem Territorium neigt der Kromfohrländer schon manchmal zum Größenwahn. Auch hier muss von Anfang an steuernd eingegriffen werden.
Durch sein niedliches, einem Plüschtier gleichendem Aussehen als Welpe wird der Kromfohrländer häufig deutlich unterschätzt. Erziehung? Ja, unbedingt! Härte und Kommandoton? Auf keinen Fall! Der Kromfohrländer reagiert sehr sensibel auf jede Stimmungsschwankung seiner Menschen. Gebrüll, ständiger Leinenruck und Drohungen benötigt man auf keinen Fall um einen Kromfohrländer zu erziehen. Klare Anweisungen, gute Körpersprache und Ruhe bewirken Wunder. Und wenn man das noch nicht kann? Dann ist es eine gute Gelegenheit all dies zu lernen. Der Kromfohrländer dankt uns dies auf seine Weise, mit Gehorsam, Zuverlässigkeit und Anhänglichkeit.
Einen Hund zu prägen ist eine Aufgabe die täglich neu angegangen werden muss. All die Zeit die ich in meinen jungen Hund investiere, die vielen guten Erfahrungen die ich ihm ermögliche, das Kennenlernen von vielen unterschiedlichen Situationen kann ich später genießen indem dann nur noch kleine Korrekturen notwendig sind.